Ein Sessel mit 63 cm Sitzbreite kann sinnvoll sein, wenn der Platz zwischen den Armlehnen den Komfort oder die Bewegungen einschränkt. Für Menschen mit hohem Körpergewicht ist er jedoch nicht automatisch die richtige Wahl: Breite, Sitztiefe, Abstützung und Belastbarkeit beantworten unterschiedliche Fragen. Bevor Sie sich zwischen einer Sitzbreite von 52 und 63 cm entscheiden, sollten Sie beobachten, wie die Person sitzt, wo sie ihre Arme ablegt und welchen Tätigkeiten sie nachgehen möchte. Das richtige Maß bietet Platz, ohne die Stützflächen zu weit vom Körper zu entfernen.
Kurz gesagt
Eine Sitzbreite von 63 cm beschreibt den Platz im Sitzbereich; sie gibt weder das Außenmaß an, noch bestimmt sie allein die Belastbarkeit. Bei der Wahl zählen Körperbau, Sitztiefe und die Frage, ob Armlehnen und Handschalter erreichbar sind. Sollevita gibt es mit Sitzbreiten von 52 oder 63 cm und drei Sitztiefen, die auf die Person abgestimmt werden; die Belastungsgrenze der Konfiguration wird gesondert geprüft – einschließlich der Funktionen, die während der Nutzung vorgesehen sind.
Wann der seitliche Platz wirklich zum Problem wird
Ein älterer Mensch verbringt vielleicht einen großen Teil des Nachmittags im Sessel und bemerkt, dass die Hüften ständig an die Armlehnen stoßen. Ein anderer hat genug Platz, solange er still sitzt, schafft es aber nicht, die Kleidung zurechtzurücken oder die Position leicht zu verändern. Solche Beobachtungen helfen mehr als der allgemeine Satz „Wir brauchen einen großen Sessel“.
Fragen Sie nach, was genau unbequem ist: der seitliche Kontakt, der Abstand der Stützflächen, die Vorderkante oder die Position des Rückens. Wer die genaue Stelle beschreibt, vermeidet es, jede Schwierigkeit der Breite zuzuschreiben. Ein Problem mit der Sitztiefe zum Beispiel lässt sich nicht zwangsläufig dadurch lösen, dass man den Platz zwischen den Armlehnen vergrößert.
Es ist nicht nötig, die Person zu bitten, sich zum Nachweis in einen engen Sitz zu setzen. Sie können vom bereits genutzten Sessel oder Rollstuhl ausgehen und dabei die nutzbare Breite, die übliche Kleidung und die geschilderten Empfindungen notieren. Die Prüfung soll helfen, den Bedarf zu verstehen – sie darf nicht zur Belastungsprobe werden.
Sitzbreite und Außenmaß sind zwei verschiedene Maße
Die nutzbare Breite beschreibt den verfügbaren Platz in dem Bereich, in dem die Person sitzt. Die Außenbreite umfasst zusätzlich Seitenteile, Armlehnen und Bezüge. Um zu wissen, ob der Körper Platz findet, braucht man das erste Maß; um Türen und Flure zu prüfen, das zweite.
Fragen Sie beim Vergleich von Datenblättern nach, wo das Maß genommen wurde. Ein gepolsterter Rand, eine geformte Armlehne oder ein zusätzliches Kissen können den tatsächlich nutzbaren Platz verändern. Vergleichen Sie kein Innenmaß mit der Gesamtbreite eines anderen Produkts: Das sähe nach einem Unterschied im Komfort aus, wäre aber nur ein Unterschied in der Messweise.
Bei Sollevita betragen die Sitzbreiten 52 oder 63 cm. Daraus lässt sich die Außenbreite nicht ableiten, indem man einen festen Betrag hinzurechnet. Vor der Bestellung kann das Sollevita-Team die Maße der in Betracht gezogenen Konfiguration und der für die Lieferung verwendeten Module klären. [1]
Den Körperbau beschreiben, ohne nach der Waage zu entscheiden
Körpergröße und Gewicht sind notwendige Angaben, sagen allein aber wenig über die Proportionen aus. Zwei Menschen mit gleichem Gewicht können die Sitzfläche unterschiedlich ausfüllen und die Armlehnen unterschiedlich leicht erreichen. Auch ein kleiner Mensch kann seitlichen Platz benötigen, während ein großer Mensch nicht automatisch eine breitere Sitzfläche braucht.
Erfassen Sie die Körperbreite in der üblichen Sitzposition, ohne das Weichgewebe mit dem Maßband einzuschnüren und ohne bereits verordnete Stützen zu verändern. Notieren Sie, welche Kleidung normalerweise getragen wird. Ist eine Messung nicht ohne Weiteres möglich, vermerken Sie das Feld als „noch zu klären“: Das Sollevita-Team sagt Ihnen, welche Informationen oder Bilder hilfreich sind.
Rechnen Sie nicht automatisch eine feste Anzahl Zentimeter hinzu, um aus dem Körpermaß die zu bestellende Breite zu machen. Der nötige Platz muss auch im Hinblick auf die Rumpfkontrolle, die gewohnten Bewegungen und eventuelle Stützen beurteilt werden. Ein Foto, das mit dem Einverständnis der Person geteilt wird, kann helfen, diese Aspekte zu beschreiben, ersetzt aber keine Beurteilung der Sitzsituation.
Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum geht komplexe Sitzprobleme mit einer interdisziplinären Beurteilung an. Liegen Schmerzen, Asymmetrien oder spezielle Stützhilfen vor, erfordert die Wahl der Stützflächen daher neben den Maßen des Sessels auch die Abstimmung mit den Fachkräften, die die Person betreuen. [2]
Sitzbreite 52 oder 63 cm: auch auf Arme und Bedienung achten
Eine breite Sitzfläche ist hilfreich, wenn sie Platz schafft und die Stützflächen dennoch erreichbar bleiben. Muss die Person den Oberkörper stark neigen, um eine Armlehne zu erreichen, kann der anfängliche Vorteil mit einer neuen Schwierigkeit einhergehen. Das gilt besonders für Menschen, die wenig Kraft in den Armen haben oder den Handschalter häufig benutzen.
Beobachten Sie beim Probesitzen, wo die Unterarme aufliegen, wie der Handschalter gegriffen und wo er abgelegt wird. Bitten Sie die Person nicht, sich auf den Armlehnen abzudrücken oder aufzustehen, wenn diese Bewegung nicht ihren Fähigkeiten und den für sie geltenden Vorgaben entspricht. Es genügt, die tatsächlich vorgesehene Tätigkeit und die Anwesenheit der pflegenden Person zu beschreiben.
Die beiden Breiten stehen nicht für eine höherwertige und eine einfachere Version. Sollevita bleibt ein einziges, vollständiges Produkt; Maße und Belastbarkeit werden auf die Person abgestimmt. Die Details zu den Konfigurationen für einen kräftigen Körperbau und hohe Belastbarkeit helfen, diese Wahl von einer bloßen Vergrößerung der Abmessungen zu unterscheiden.
Drei Sitztiefen, damit eine breite Sitzfläche auch in den Proportionen passt
Die Sitztiefe ist der nutzbare Abstand zwischen der hinteren Anlehnfläche und der Vorderkante. Ein Sessel kann seitlich viel Platz bieten und die Person trotzdem zwingen, nach vorn zu rutschen, um die Füße abzustellen. Umgekehrt bietet eine Sitzfläche mit zu geringer Tiefe unter Umständen nicht die gewünschte Unterstützung unter den Oberschenkeln.
Bei Sollevita stehen drei Sitztiefen zur Verfügung, die zusammen mit der Sitzbreite von 52 oder 63 cm zu betrachten sind. Es sind keine drei Größen, die allein nach der Körpergröße vergeben werden. Die Wahl berücksichtigt die Proportionen und das Verhältnis zwischen Becken, Rückenlehne, Kniekehle und Füßen. [1]
Die Sitzhöhe und ein gegebenenfalls verwendetes Spezialkissen sind weitere Angaben, die Sie mitteilen sollten. Entfernen Sie keine verordnete Stütze, damit das Probesitzen passend wirkt, und gleichen Sie ein ungeeignetes Maß nicht mit beliebigen Kissen aus. Die hohe Rückenlehne und die motorisch verstellbare Kopfstütze Push Head helfen, die Stützflächen anzupassen, ersetzen aber nicht die richtige Bemessung der Sitzfläche.
Der praktische Vergleichsbogen für beide Breiten
Füllen Sie den Bogen ausgehend von der aktuellen Nutzung aus. Er ist kein klinischer Test und vergibt keine Punkte: Er hilft, das bereits Bekannte von dem zu trennen, was noch geklärt werden muss. Es ist nicht nötig, beide Breiten auszuprobieren, wenn dafür überflüssige oder anstrengende Transfers erforderlich wären.
| Aspekt | Was Sie notieren | Zu klärende Frage |
|---|---|---|
| Gewohnter Sitz | Nutzbare Breite und Messpunkt | Fehlt der Platz an den Hüften, an den Oberschenkeln oder bei einer bestimmten Tätigkeit? |
| Körperbau | Maß im Sitzen, Kleidung und vorhandene Stützen | Welche Breite schafft Platz, ohne die Stützflächen zu weit zu entfernen? |
| Armlehnen | Wo die Unterarme aufliegen | Sind sie ohne ungeplante Neigung des Oberkörpers erreichbar? |
| Sitztiefe | Rückenkontakt und Verhältnis zum Knie | Welche der drei Sitztiefen kommt infrage? |
| Handschalter | Benutzte Hand und Ablageort | Bleibt er in den gewohnten Positionen erreichbar? |
| Belastbarkeit | Gewicht und angegebene Konfiguration | Passt die Grenze zur vorgesehenen Nutzung? |
| Wohnumgebung | Engster Durchgang und Seite, von der aus geholfen wird | Wie groß ist das Außenmaß des montierten Sessels? |
Ergänzen Sie eine kurze, konkrete Beobachtung, zum Beispiel „Beim Lesen bleibt der Ellbogen von der Armauflage entfernt“ oder „Es wird Platz gebraucht, um die Kleidung zurechtzurücken“. Das sind Beispiele für eine Beschreibung, keine Begebenheiten, die Kunden zugeschrieben werden. Ein präziser Satz gibt der Beratung eine bessere Richtung als eine abstrakte Vorliebe für das größte Maß.
Belastbarkeit und Breite: warum sie nicht austauschbar sind
Die Belastbarkeit gibt die maximale Last an, für die die Konfiguration ausgelegt ist; die Breite gibt den verfügbaren Platz an. Eine breite Sitzfläche belegt für sich genommen keine hohe Tragfähigkeit, ebenso wenig wie ein Gestell mit hoher Belastbarkeit belegt, dass die Stützflächen zur Person passen.
Sollevita ist in der dafür vorgesehenen Konfiguration für ein maximales Nutzergewicht von 340 kg ausgelegt, und die zertifizierte Belastbarkeit gilt auch bei Nutzung der Aufstehhilfe. Der Antrieb umfasst mindestens 5 und bis zu 8 unabhängige Motoren – je nach Belastbarkeit. In der Beratung werden diese Daten mit Maßen und Nutzung in Beziehung gesetzt, um die passende Konfiguration für die Person vorzubereiten. [1]
Eine Breite von 63 cm ist daher nicht automatisch gleichbedeutend mit der Konfiguration für 340 kg. Die Daten des bestellten Sessels müssen ausdrücklich angegeben sein. Um zwei Angebote richtig zu vergleichen, sollten Sie die Unterschiede zwischen einem Standard-Aufstehsessel und Sollevita lesen und dabei Sitz, Gestell und Funktionen gemeinsam betrachten – ohne eine einzelne Zahl als Qualitätsbeweis heranzuziehen.
Komfort über längere Zeit: Platz ersetzt nicht die Konstruktion
Wenn man viel Zeit im Sessel verbringt, zählt auch, was sich unter dem Bezug befindet. Die Sitzfläche von Sollevita kombiniert eine gefederte Sitzbasis, ein Kissen mit einzeln in Taschen gelagerten Federn und eine obere Komfortschicht. Hohe Rückenlehne, Kopfstütze Push Head und Verlängerung der Fußstütze ergänzen die Stützflächen in den verschiedenen Positionen. [1]
Diese Eigenschaften sollten im gewohnten Tagesablauf erprobt und nicht nur beim ersten Hinsetzen beurteilt werden. Kann die Person sich unterhalten und anschließend ausruhen, ohne ständig nach einer anderen Abstützung zu suchen? Bleibt der Handschalter griffbereit? Kann die pflegende Person von der vorgesehenen Seite herantreten? Die Beobachtung kann abgebrochen werden, sobald Unbehagen auftritt: Es gibt keine Mindestdauer, die erreicht werden muss.
Der dreischichtige Sitzaufbau ist darauf ausgelegt, eine ausgewogene Gewichtsverteilung zu fördern und das Becken zu stützen. Nutzt die Person ein spezielles Kissen oder gibt es Vorgaben zu Positionswechseln, sind diese auch bei der Wahl der Breite zu berücksichtigen – und nicht auszusetzen, nur weil die neue Sitzfläche bequem erscheint.
Fehler, die Sie vor der Wahl einer breiteren Sitzfläche vermeiden sollten
Der häufigste Fehler ist, vorsichtshalber nach „der größten“ zu fragen. Hilfreicher ist es, nach einer gut proportionierten Sitzfläche zu fragen. Auch wer nur nach dem Gewicht kauft, Innen- und Außenbreite verwechselt oder die Armlehnen vergisst, kann bei einem wenig geeigneten Maß landen.
Ebenso vorschnell ist es, die elektrischen Verstellmöglichkeiten für eine Patentlösung zu halten. Die vertikale Höhenverstellung verändert die Höhe des gesamten Sessels; den Abstand zwischen den Armlehnen verändert sie nicht. Die Kopfstütze Push Head passt die Auflage des Kopfes an; die Sitztiefe verkürzt sie nicht. Jede Funktion muss das richtige Problem lösen.
Die größere Breite ist sinnvoll, wenn sie eine konkrete Tätigkeit verbessert und mit allem Übrigen vereinbar bleibt. Rutscht die Person weiterhin, hat sie Schmerzen oder Mühe, die Position zu halten, fügen Sie nicht immer mehr Platz oder Polster hinzu: Beschreiben Sie das Problem und bitten Sie um eine angemessene Beurteilung.
FAQ
Häufige Fragen
Wann ist ein Sessel mit 63 cm Sitzbreite sinnvoll?
Wenn der Platz im gewohnten Sitz Komfort oder Bewegungen einschränkt und die Stützflächen bei 63 cm noch erreichbar bleiben. Die Wahl erfordert auch den Blick auf Sitztiefe, Höhe und Belastbarkeit sowie eine Prüfung im Tagesablauf; sie hängt nicht allein vom Gefühl ab, einen größeren Sessel zu haben.
Muss ein Mensch mit Adipositas immer 63 cm wählen?
Nein. Die Breite richtet sich nach den tatsächlichen Proportionen und den Stützflächen. Gewicht, Körpermaße im Sitzen und die Fähigkeit, Armlehnen und Handschalter zu benutzen, müssen getrennt betrachtet werden, ohne der Person automatisch eine Größe zuzuweisen.
Kann auch ein kleiner Mensch eine breite Sitzfläche brauchen?
Ja. Körpergröße und Körperbreite sind verschiedene Maße. Eine breite Sitzfläche mit einer passenden Sitztiefe kann sinnvoll sein, sofern Rücken, Füße und Arme die nötige Abstützung finden. Die Situation sollte beschrieben werden, ohne von Größenkategorien auszugehen.
Geben die 63 cm auch die Breite an, die durch die Tür passen muss?
Nein. Es handelt sich um die Sitzbreite. Für die Tür sind die Außenmaße der montierten Konfiguration und – gesondert – die Maße der Liefermodule maßgeblich. Dass der Sessel zerlegt ins Haus passt, beweist nicht, dass er sich montiert durch die Wohnung bewegen lässt.
Verzichte ich mit der breiten Sitzfläche auf Funktionen von Sollevita?
Nein. Sollevita ist als ein einziges, vollständiges Produkt konzipiert. Die Abstimmung der Maße darf nicht mit einem Verzicht auf Relaxfunktion, Verstellmöglichkeiten, vertikale Höhenverstellung oder andere vorgesehene Funktionen verwechselt werden. Wie sich die einzelnen Möglichkeiten konkret nutzen lassen, wird mit Blick auf die Bedürfnisse der Person erklärt.
Welche Angaben bereite ich für die Wahl zwischen 52 und 63 cm vor?
Bereiten Sie Körpergröße, Gewicht, nutzbare Breite des jetzigen Sitzes, Proportionen im Sitzen, bereits genutzte Stützen und die häufigsten Schwierigkeiten vor. Ergänzen Sie Angaben zu Armlehnen, Sitztiefe und Durchgängen in der Wohnung. Vermerken Sie fehlende Daten, ohne sie zu schätzen, und vereinbaren Sie, wie sie erhoben werden.
Quellen und Referenzen
[1] Sollevita — Pflegesessel mit elektrischer Aufstehhilfe: Sitzbreiten, Sitztiefen, Belastbarkeit und Konstruktion.
[2] Schweizer Paraplegiker-Zentrum — Zentrum für das Sitzen im Rollstuhl (auf Französisch): Beurteilung komplexer Sitzprobleme.
Der nächste Schritt: Maße und Tätigkeiten in einem Gespräch zusammenbringen
Beschreiben Sie, wo Platz fehlt und welche Stützflächen erreichbar bleiben müssen. Gleichen Sie diese Beobachtungen mit den Maßen und Funktionen des Sollevita-Pflegesessels mit elektrischer Aufstehhilfe ab und besprechen Sie sie mit dem Sollevita-Team: Die Wahl zwischen 52 und 63 cm muss beim Menschen ansetzen, nicht bei der größeren Zahl.






