Rollstuhl oder Sessel für Senioren – das ist nicht immer eine Entscheidung zwischen Alternativen. Ein fachgerecht individuell angepasster Rollstuhl kann im Tagesverlauf Mobilität und Unterstützung der Sitzhaltung bieten; ein Sessel kann zusätzlich eine andere Möglichkeit bieten, sich auszuruhen und am Leben zu Hause teilzunehmen. Bevor Sie die Sitzgelegenheit wechseln, sollten Sie klären, was heute fehlt: Komfort, Abstützung, Einstellmöglichkeiten oder ein machbarer Transfer. Nicht alle Rollstühle sind gleich, und ein gepolsterter Sessel ersetzt nicht automatisch eine spezielle Sitzversorgung.
Kurz gesagt
Rollstuhl und Sessel können am selben Tag unterschiedliche Aufgaben übernehmen: sich fortbewegen, an Aktivitäten teilnehmen, sich unterhalten oder ausruhen. Ein Transportrollstuhl ist nicht gleichzusetzen mit einem Rollstuhl, der für Sitzhaltung und täglichen Gebrauch individuell angepasst ist; deshalb gibt es keinen Vergleich, der für alle gilt. Sollevita kann einen zweiten Sitzplatz mit Einstellmöglichkeiten bieten, sofern Transfers und Stützen beurteilt werden; Räder und Akku machen den Sessel nicht zu einem Elektrorollstuhl.
Erste Unterscheidung: Welcher Rollstuhl wird heute genutzt?
Eine Familie kann sagen: „Er sitzt den ganzen Tag im Rollstuhl“, und damit sehr unterschiedliche Situationen beschreiben. Es kann sich um einen Rollstuhl handeln, der vor allem für kurze Wege genutzt wird, um ein persönliches, auf die Körpermaße eingestelltes Modell oder um ein komplexes Sitz- und Positionierungssystem. Die allgemeine Bezeichnung erlaubt kein Urteil über Qualität oder Eignung.
Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum bietet einen interdisziplinären Dienst an, der Rollstuhlsitze, Sitzkissen und Rückenteile – auch individuell angefertigte – beurteilt und anpasst. Schon das macht einen Punkt klar: Ein Rollstuhl ist nicht zwangsläufig ein bloßes Transportmittel. Er kann eine spezialisierte Aufgabe erfüllen, die ein Sessel für zu Hause nicht auf bloße Vermutung hin ersetzen darf. [1]
Notieren Sie vor dem Vergleich das genutzte Modell, die vorhandenen Einstellungen und etwaige Stützelemente. Wenn Sie nicht wissen, wozu ein bestimmtes Kissen oder ein besonderes Rückenteil dient, fragen Sie diejenigen, die die Person betreuen. Entfernen Sie diese Teile nicht, um zu prüfen, ob eine weichere Oberfläche „besser wirkt“.
Was bedeutet „sitzt nicht bequem“ wirklich?
Diese Beobachtung ist wichtig, sollte aber genauer gefasst werden. Möchte die Person sich ausstrecken? Würde sie die Arme gern besser ablegen? Fällt es ihr schwer, nah am Tisch zu sitzen? Oder berichtet sie von Schmerzen, vom Herunterrutschen oder von einer Position, die ständig korrigiert werden muss?
Beschreiben Sie, wann das Unbehagen auftritt und was normalerweise dagegen unternommen wird. Der Wunsch nach einer Pause im Wohnzimmer ist ein anderes Anliegen als ein Haltungsproblem im Rollstuhl. In manchen Fällen betrifft die erste Überprüfung das bereits vorhandene Hilfsmittel, nicht den Kauf eines zweiten Produkts.
Ein Sessel kann eine gepolsterte Sitzfläche, Einstellmöglichkeiten und einen anderen Rahmen zum Ausruhen bieten. Es wäre jedoch nicht korrekt zu versprechen, dass eine weichere Polsterung jede Schwierigkeit löst. Bei den Bedürfnissen älterer Menschen mit Verlust der Selbstständigkeit bleibt das zentrale Thema das Zusammenspiel von Person, Sitzgelegenheit und Pflege, nicht eine allgemeingültige Rangliste von Produkten.
Geben Sie jedem Sitzplatz eine Aufgabe im Tagesablauf
Statt zu entscheiden, welches Hilfsmittel häufiger genutzt werden soll, gehen Sie von einer konkreten Tätigkeit aus. Der Rollstuhl kann der Platz bleiben, um sich selbstständig fortzubewegen und Tätigkeiten nachzugehen; der Sessel kann für eine ausgestreckte Ruhepause oder für Gespräche im Wohnzimmer in Betracht gezogen werden. Die Aufteilung hängt von der Person ab, nicht von einem Zeitplan, der für alle gleich ist.
| Gewünschte Tätigkeit | Was beim Rollstuhl zu prüfen ist | Was beim Sessel zu prüfen ist |
|---|---|---|
| Sich fortbewegen und teilhaben | Selbstständiges Fahren, Wege und vorgesehener Gebrauch | Wer das Rollfahrgestell schiebt und auf welchen Wegen in der Wohnung |
| Sich unterhalten oder lesen | Vorhandene Stützen und Erreichbarkeit von Gegenständen | Abstützung von Rücken, Kopf und Armen; Handschalter in Reichweite |
| Eine Pause machen | Bereits verfügbare Einstellungen und Hinweise | Gewünschte Position und Rückkehr in die Sitzposition |
| Am Tisch sitzen | Platzbedarf und Abstützung während der Tätigkeit | Freiraum unter der Tischplatte, Armlehnen, Beine und nutzbare Höhe |
| Pflege und Unterstützung erhalten | Vorgesehene Zugänge und genutzte Hilfsmittel | Seitlicher Platz und Höhe des gesamten Sessels |
| Den Platz wechseln | Übliche Transfermethode | Ob der Wechsel in beide Richtungen machbar ist |
Diese Tabelle ist ein Vergleichsraster, keine Verordnung. Sie beschränkt den Rollstuhl nicht auf die Fortbewegung und weist dem Sessel nicht die gesamte Sitzzeit zu. Sie soll verhindern, dass ein neues Produkt eine bereits nützliche Möglichkeit wegnimmt, ohne eine wirklich praktikable zu bieten.
Ein zweiter Sitzplatz ist nur sinnvoll, wenn der Wechsel machbar ist
Wenn die Person den Transfer nicht selbstständig bewältigt, gehört der Übergang zwischen den beiden Plätzen zur Entscheidung. Zu berücksichtigen sind die bereits genutzte Methode, wer dabei hilft, die vorhandenen Hilfsmittel und der verfügbare Platz. Auch der Weg zurück aus dem Sessel zählt: Es reicht nicht, nur das Hineinsetzen gut zu organisieren.
Bett, Rollstuhl und Sessel können unterschiedliche Höhen, Untergestelle und Abmessungen haben. Ein abnehmbares Seitenteil kann einen Zugang freigeben, beweist aber für sich allein noch nicht, dass der Sessel mit einem Transferbrett oder einem Patientenlifter kompatibel ist. Die Prüfung muss die gesamte Konfiguration betreffen, nicht nur ein Foto von der Seite.
Sollevita kombiniert die Liegeposition 180°, die vertikale Höhenverstellung des gesamten Sessels und ein vollständig abnehmbares Seitenteil, um eine Fläche bereitzustellen, die neben das Bett gestellt werden kann. Die Liege- und Transferfunktion kann manche Transfers erleichtern; die vorgesehenen Hilfsmittel und Pflegekräfte bleiben dabei notwendig. Die Pflegefunktionen des Sollevita-Sessels beschreiben diese Möglichkeiten, ohne eine bestimmte Transfertechnik für allgemeingültig zu erklären. [2]
Führen Sie keine zusätzlichen Transfers durch, nur um einen Erfassungsbogen auszufüllen oder ein Vorführvideo aufzunehmen. Die ersten Informationen lassen sich sammeln, indem Sie die bestehende Routine beobachten und die Räume ohne Personen fotografieren.
Komfort des Sessels: Was Sollevita zusätzlich bietet
Sollevita verfügt über einen dreischichtigen Sitzaufbau: gefederte Sitzbasis, Kissen mit einzeln in Taschen gelagerten Federn und eine obere Komfortschicht. Der Sitz ist darauf ausgelegt, eine ausgewogene Gewichtsverteilung zu fördern und das Becken zu stützen; die hohe Rückenlehne und die motorisch verstellbare Kopfstütze Push Head bieten in den verschiedenen Positionen verstellbare Abstützung für Rücken, Kopf und Nacken. [2]
Erhältlich sind die Sitzbreiten 52 oder 63 cm, mit drei Sitztiefen, die nach Körperproportionen und Nutzung gewählt werden. Ein breiterer Sitz ist nicht automatisch besser geeignet: Auch Sitztiefe, Abstützung und die Erreichbarkeit der Bedienelemente müssen stimmig bleiben.
Die Motorisierung umfasst 5 bis 8 unabhängige Motoren, je nach Belastbarkeit. Relaxfunktion, Kantelung (Tilt in Space), Zero Gravity und Liegeposition 180° ermöglichen unterschiedliche Einstellungen, doch ihr Nutzen muss an den Positionen gemessen werden, die tatsächlich gewünscht und vertragen werden. Bei der ersten Vorführung muss nicht jede Position erreicht werden.
Außenbezug und darunterliegender Bezug sind abnehmbar, und der modulare Aufbau erleichtert den Umgang mit den einzelnen Teilen. Reinigung, Positionswechsel und etwaige spezielle Stützelemente sollten nach dem täglichen Gebrauch und den für die Person geltenden Vorgaben organisiert werden.
Räder und Akku: Unterschiede, die Missverständnissen vorbeugen
Das manuell verschiebbare Rollfahrgestell von Sollevita ermöglicht kurze Ortswechsel in der Wohnung, während die Person im Sessel sitzt – auf geeigneten Wegen und gemäß der Anleitung. Der Lithium-Akku versorgt die Motoren der Verstellfunktionen: Er treibt die Räder nicht an. Ein Joystick oder ein selbstständiges elektrisches Fahren, das das Produkt nicht vorsieht, ist also nicht zu erwarten. [2]
Das ist wichtig für alle, die einen Rollstuhl selbstständig nutzen. Wenn die Person mit ihrem eigenen Hilfsmittel selbst entscheiden kann, wohin sie sich bewegt, verändert der Wechsel in einen Sessel, der von einer Begleitperson geschoben wird, diese Möglichkeit. Der gewünschte zusätzliche Komfort muss zusammen mit der Bewegungsfreiheit betrachtet werden, die erhalten bleiben soll.
Breite Flure und gut passierbare Türen sind günstig, reichen aber nicht aus, um jeden Weg als geeignet zu bestätigen. Auch Bodenbelag, Schwellen, Kurven, Aufzug und die Art des Schiebens müssen passen. Vor dem Hinsetzen, Aufstehen oder einem Transfer muss sich der Sessel in der vorgesehenen stabilen Konfiguration befinden und darf nicht einfach irgendwo im Raum angehalten worden sein.
Ein hilfreicher Erfassungsbogen, bevor ein Sessel hinzukommt
Bereiten Sie eine kurze Beschreibung in vier Teilen vor. Nennen Sie erstens die Tätigkeit, die der neue Sitzplatz ermöglichen soll, zum Beispiel eine ausgestreckte Ruhepause im Wohnzimmer. Beschreiben Sie zweitens den derzeitigen Rollstuhl und das, was weiterhin gut funktioniert. Klären Sie drittens den üblichen Transfer. Halten Sie schließlich den Raum fest, in dem beide Hilfsmittel nebeneinander Platz finden müssen.
Ergänzen Sie die Vorlieben der Person: wo sie sich aufhalten möchte, welche Gegenstände sie erreichen will und wer den Handschalter bedient. Ein Angehöriger schätzt vielleicht eine neue Möglichkeit, die Pflege zu gestalten, während für die Nutzerin oder den Nutzer der Erhalt der selbstständigen Fortbewegung Vorrang hat. Beide Gesichtspunkte müssen in die Entscheidung einfließen.
Wenn verordnete Stützen oder komplexe Haltungsprobleme vorliegen, sollte die Prüfung des neuen Sitzplatzes gemeinsam mit der Fachkraft erfolgen, die die Situation kennt. Gehen Sie nicht davon aus, dass dasselbe Kissen einfach vom Rollstuhl in den Sessel übernommen werden kann: Die Fläche, auf der es wirkt, ist eine andere, und auch die Abstützung kann sich ändern.
Wann zuerst der Rollstuhl beibehalten oder überprüft werden sollte
Es ist sinnvoll, die Entscheidung zurückzustellen, wenn noch nicht klar ist, warum die Person unbequem sitzt, wenn der Transfer nicht organisiert ist oder wenn die Gefahr besteht, eine notwendige Stütze zu verlieren. In diesen Fällen kann die Verbesserung der bestehenden Anpassung der erste Schritt sein, auch wenn ein Sessel weiterhin in Betracht gezogen wird.
Schmerzen, Hautprobleme oder Haltungsschwierigkeiten erfordern eine Abklärung mit medizinischen Fachkräften; ihnen sollte nicht nur mit mehr Polsterung oder einer stärkeren Neigung der Rückenlehne begegnet werden. Der Sessel darf nicht zum Mittel werden, eine Beurteilung der Sitzversorgung aufzuschieben.
Sind Tätigkeiten, Transfers und Abstützung dagegen geklärt, kann ein zweiter Sitzplatz die Möglichkeiten im Tagesablauf erweitern. Die hilfreiche Schlussfolgerung lautet nicht „Rollstuhl falsch, Sessel richtig“, sondern „Welche Aufgaben übernimmt jeder der beiden Plätze, und wie organisieren wir das?“.
FAQ
Häufige Fragen
Rollstuhl oder Sessel: Was ist besser für Senioren, die viele Stunden sitzen?
Das hängt von der Art des Rollstuhls, den nötigen Stützen und den Tätigkeiten ab. Ein individuell angepasster Rollstuhl kann eine angemessene Sitzgelegenheit für den Alltag sein. Ein Sessel kann zusätzlich Erholung und Einstellmöglichkeiten bieten, doch Transfer und Abstützung müssen beurteilt werden.
Sind alle Rollstühle nur für den Transport gedacht?
Nein. Es gibt individuell angepasste Sitzversorgungen und spezielle Sitz- und Positionierungssysteme. Bevor Sie den Komfort beurteilen, müssen Sie die genutzte Konfiguration und den Zweck ihrer Bestandteile kennen, statt sich nur daran zu orientieren, dass Räder vorhanden sind.
Ist Sollevita ein Elektrorollstuhl?
Nein. Der Akku versorgt die Verstellfunktionen des Sessels, nicht den Antrieb der Räder. Das Rollfahrgestell ist für begleitete Ortswechsel in der Wohnung gemäß der Bedienungsanleitung bestimmt und ersetzt weder einen Rollstuhl für draußen noch das selbstständige Fahren.
Kann ich das Rollstuhlkissen auf dem Sessel verwenden?
Nicht automatisch. Ein verordnetes Kissen muss zusammen mit der Sitzfläche, der Abstützung und den Maßen beurteilt werden, mit denen es künftig verwendet wird. Fragen Sie die zuständige Fachkraft, bevor Sie es in den Sessel übernehmen oder ersetzen.
Macht das abnehmbare Seitenteil jeden Transfer möglich?
Nein. Es gibt den seitlichen Zugang frei, doch Höhen, Platz, Methode und Hilfsmittel müssen geprüft werden. Das bereits vorgesehene Personal und das festgelegte Vorgehen werden nicht überflüssig, nur weil die Seite des Sessels offen ist.
Welche Information sollte ich als Erstes zur Beratung mitbringen?
Die Tätigkeit, die Sie komfortabler gestalten möchten, ohne zu verlieren, was bereits funktioniert. Ergänzen Sie das Rollstuhlmodell, die vorhandenen Stützen, die Maße und die Art des Transfers: Diese Angaben helfen zu beurteilen, ob sich beide wirklich sinnvoll ergänzen.
Quellen
[1] Schweizer Paraplegiker-Zentrum — Zentrum für das Sitzen im Rollstuhl (auf Englisch)
[2] Sollevita / La Castellana — Pflegesessel mit elektrischer Aufstehhilfe: Funktionen, Konstruktion und technische Daten
Klären Sie, was der neue Sitzplatz ergänzen soll
Beschreiben Sie dem Sollevita-Team die gewünschte Tätigkeit, den Rollstuhl und den bisher üblichen Transfer. Gehen Sie von den Möglichkeiten von Sollevita aus und besprechen Sie Fragen zur Sitzhaltung mit der zuständigen Fachkraft, ohne auf Stützen zu verzichten, die bereits gebraucht werden.






