Ein Pflegesessel für teilweise selbstständige Personen muss bei den Abläufen helfen, die es erfordern, ohne anstelle der Person zu entscheiden, die ihn nutzt. Dieselbe Person kann das Lesen allein bewältigen, mehr Zeit brauchen, um sich vorzubereiten, und zu einem anderen Zeitpunkt Unterstützung benötigen. Die Auswahl geht von diesen Unterschieden aus: Tätigkeiten, Abstützung, Bedienung und verfügbare Hilfe. Ziel ist nicht, um jeden Preis weniger Unterstützung in Anspruch zu nehmen, sondern eine angemessene Unterstützung zu finden, die Raum für persönliche Vorlieben und eigene Kontrolle lässt.
Kurz gesagt
Selbstständigkeit sollte bei jeder einzelnen Tätigkeit betrachtet werden: Eine langsame Bewegung kann durchaus noch möglich sein, während eine andere Hilfe erfordert. Die Aufstehhilfe und die Verstellmöglichkeiten können den Alltag unterstützen, wenn Maße, Bedienung und Unterstützung passen. Das Ausprobieren dient dazu herauszufinden, welche Unterstützung sinnvoll ist und wie die Person sie nutzen möchte – es soll weder zu einer Rehabilitationsmaßnahme werden noch zu der Aufforderung, allein zu tun, was nicht sicher ist.
Teilweise Selbstständigkeit: auf Tätigkeiten achten statt auf Etiketten
Eine Person kann zu manchen Zeiten gehen, mit einem Buch umgehen und das Telefon benutzen, aber Mühe haben, von einer niedrigen Sitzfläche aufzustehen. Eine andere braucht vielleicht Hilfe bei einem Transfer und bestimmt genau, wie sie sich ausruhen möchte. Das sind keine Widersprüche: Es sind unterschiedliche Tätigkeiten.
Wer sie getrennt beschreibt, kann erkennen, welche Unterstützung sinnvoll ist. Auch die Zeit spielt eine Rolle: Langsamkeit kann Geduld erfordern, reicht aber allein nicht aus, um festzulegen, dass jemand anderes übernehmen muss. Die Einschätzung der benötigten Hilfe muss sich an der tatsächlichen Bewegung und ihrer Sicherheit orientieren, nicht an der Eile derjenigen, die zusehen.
Der allgemeine Überblick über den Verlust der Selbstständigkeit bei älteren Menschen kann der Familie Orientierung geben. Hier vertiefen wir eine besondere Situation: wenn manche Tätigkeiten weiterhin zu bewältigen sind und andere eine wechselnde Hilfe erfordern – ohne diese Beschreibung zu einer Diagnose zu machen.
Was sich zwischen dem besten und dem schwierigsten Moment ändert
Eine einzige Vorführung bildet nicht unbedingt den ganzen Tag ab. Fragen Sie die Person, wann sie sich mehr Unterstützung wünscht und welche Tätigkeiten sie lieber selbst erledigt. Sammeln Sie Beobachtungen, die bereits vorliegen, ohne Ermüdung herbeizuführen oder einen Versuch zur ungünstigsten Tageszeit zu verlangen.
Ein anschauliches Beispiel ist eine Person, die beim Lesen die Rückenlehne selbst verstellt, sich abends aber lieber begleiten lässt, wenn sie sich wieder hinsetzt. Der Bedarf ist dann nicht unbedingt ein anderer Sessel: Es kann eine klarere Erklärung sein, ein besser platzierter Handschalter oder eine für diesen Moment bereits eingeplante Hilfe.
Wenn sich die Fähigkeiten plötzlich verändern oder neue Symptome hinzukommen, betrachten Sie dies nicht einfach als Frage der bevorzugten Einstellung. Dann sollte die zuständige medizinische Ansprechperson hinzugezogen werden. Eine Übersicht über die Gewohnheiten dient der Beschreibung, nicht dazu, allein die Ursache einer Verschlechterung zu erklären.
Vier Situationen, um die benötigte Hilfe zu erkennen
Die folgende Tabelle hilft, über die Tätigkeiten zu sprechen. Sie vergibt keine Punkte und stuft weder den Wert noch den Einsatz der Person ein. Die Einträge können am selben Tag nebeneinander vorkommen und müssen die bereits festgelegte Unterstützung berücksichtigen.
| Beobachtete Situation | Was zu beschreiben ist | Hilfreiche Frage |
|---|---|---|
| Tätigkeit, die die Person selbst erledigt | Genutzte Bedienelemente, Abstützung und Position | Was möchte sie unter eigener Kontrolle behalten? |
| Tätigkeit, die mit mehr Zeit erledigt wird | Vorbereitung und übliche Pausen | Erschwert die Eile anderer die Bewegung? |
| Tätigkeit mit bereits eingeplanter Hilfe | Wer hilft und bei welchem Schritt | Ist die Hilfe klar geregelt und verfügbar, wenn sie gebraucht wird? |
| Tätigkeit, die in der aktuellen Situation nicht zu bewältigen ist | Schwierigkeit und zuständige Fachperson | Welche Alternative wurde bereits festgelegt? |
Sie können die Tabelle für drei Tätigkeiten verwenden, etwa Lesen, das Wiederhinsetzen und das Heranrücken an den Tisch. Bitten Sie die Person nicht, zu beweisen, dass sie allein schafft, was sie sonst mit Hilfe erledigt. Eine verlässliche Beschreibung entsteht durch Zuhören und aus dem gewohnten Tagesablauf, nicht aus einer Kraftprobe.
Wenn eine Unsicherheit bleibt, schreiben Sie sie auf. „Wir wissen nicht, ob diese Funktion geeignet ist“ ist eine berechtigte Frage an die zuständige Fachperson, kein Kästchen, das man mit einer Vermutung ausfüllt.
Wie die Unterstützung durch die Aufstehhilfe zu verstehen ist
Die Aufstehhilfe von Sollevita begleitet den Übergang zum Stehen schrittweise und lässt sich über die vorgesehene Steuerung unterbrechen. In umgekehrter Richtung kann sie das Hinsetzen begleiten. Sie ist nicht dasselbe wie die vertikale Höhenverstellung, die die Höhe des gesamten Sessels verändert, während die Person sitzen oder liegen bleibt. [1]
Die Möglichkeit, die Bewegung anzuhalten, erlaubt es, Zwischenpositionen zu beurteilen, legt aber keine allgemeingültige Höhe fest. Die Abstützung der Füße, die Fähigkeiten der Person, vorhandene Hilfsmittel und die benötigte Unterstützung müssen gemeinsam betrachtet werden. Es ist nicht richtig, ohne entsprechende fachliche Vorgaben weniger Hilfe vorzusehen, um „die Beine mehr arbeiten zu lassen“.
Die Suva bringt die Fähigkeiten der Person, die Hilfsmittel und die Schulung der Pflegenden miteinander in Verbindung. Entscheidend ist, diese Elemente aufeinander abzustimmen: Eine elektrische Funktion kann eine Bewegung unterstützen, legt aber allein weder die Transfertechnik noch die Zahl der benötigten Personen fest. [3]
Ein Pflegesessel für teilweise selbstständige Personen muss passend bemessen sein
Ein bequem zu bedienender Handschalter gleicht weder eine zu tiefe Sitzfläche noch eine falsch positionierte Kopfabstützung aus. Sollevita ist mit Sitzbreiten von 52 oder 63 cm und in drei Sitztiefen erhältlich: Die Maße sollten sich am Körper und an den Tätigkeiten orientieren und nicht einfach nach dem verfügbaren Platz in der Wohnung gewählt werden. [1]
Der dreischichtige Sitzaufbau und die hohe Rückenlehne tragen zum Komfortkonzept bei. Achten Sie bei einem geeigneten Probesitzen jedoch auf das Zusammenspiel insgesamt: Becken, Rücken, Füße und Armlehnen. Ein angenehmes Gefühl in der ersten Minute beantwortet noch nicht die Frage, wie das Aufstehen vorbereitet wird oder wie man wieder an den Handschalter herankommt.
Die technischen Merkmale des Sollevita-Sessels helfen, gezielte Fragen vorzubereiten. Die Möglichkeit der individuellen Anpassung ist kein Versprechen, dass sich für jede Statur und jeden Bedarf ohne vorherige Prüfung eine Lösung findet.
Der Handschalter als Möglichkeit, selbst zu entscheiden
Die Person sollte den Handschalter erkennen, ihn – wenn vorgesehen – selbst in die Hand nehmen und die Tasten auch in den Positionen finden können, die sie nutzt. Wichtig ist auch, wo er aufbewahrt wird und wie man ihn nach einer Pause wieder erreicht. Ein gut erklärter Handschalter, der hinter der Rückenlehne liegen bleibt, bietet keine praktische Kontrolle.
Bei Sollevita umfasst der Antrieb je nach Belastbarkeit mindestens 5 und bis zu 8 unabhängige Motoren. Der Nutzen der Verstellmöglichkeiten sollte in Tätigkeiten übersetzt werden: eine Abstützung verändern, lesen, in eine Ruheposition wechseln. Dafür muss man weder am ersten Tag jede Kombination auswendig kennen noch in jeder Pause alle Funktionen nutzen. [1]
Wenn die Bedienung mit Hilfe erfolgt, müssen Rollen und Vorgehen der Gebrauchsanweisung und den individuellen Vorgaben folgen. Die Person bleibt einbezogen – durch Kommunikation, die Wahl der Position und die Möglichkeit, um eine Unterbrechung zu bitten. Selbstständigkeit lässt sich nicht allein daran messen, wie viele Tastendrücke ohne Hilfe erfolgen.
Helfen, ohne jeder Entscheidung vorzugreifen
Vor dem Eingreifen zu fragen, kann klären, ob die Person eine Pause, mehr Zeit oder konkrete Hilfe möchte. Zuhören bedeutet nicht, eine Person allein zu lassen, die Beaufsichtigung braucht. Es bedeutet, das Verhältnis zwischen dem, was sie möchte, und der notwendigen Unterstützung nachvollziehbar zu halten.
Die französische Gesundheitsbehörde Haute Autorité de Santé legt Wert auf die Einbindung der Nutzerinnen und Nutzer sowie auf die Beachtung ihrer Erfahrungen und Vorlieben. Im Alltag mit dem Sessel kann das in einfache Fragen münden: „Möchten Sie die Position ändern?“, „Soll ich Ihnen den Handschalter zeigen?“, „Sollen wir hier anhalten?“. Das ist keine Technik, um die Unterstützung automatisch zu verringern. [2]
Vermeiden Sie auch den umgekehrten Fehler: zu verlangen, eine Bewegung ohne Hilfe zu Ende zu führen, um Selbstständigkeit zu beweisen. Die Funktionen dürfen nicht zu einer nicht verordneten Rehabilitationsübung werden. Wenn Beaufsichtigung, Abstützung oder die Beteiligung am Aufstehen neu festgelegt werden müssen, beziehen Sie die Fachleute ein, die die Person betreuen.
Tisch und Alltag: selbst wählen, wie man teilhat
Die gewünschte Tätigkeit kann eine Mahlzeit, ein Spiel oder ein Gespräch sein. Das abnehmbare Armlehnenoberteil kann das Heranrücken an den Tisch erleichtern, während das Abnehmen des gesamten Seitenteils einem anderen Zugang dient. Der tatsächliche Tisch und die Abstützung der Person müssen geprüft werden. [1]
Mit dem manuell verschiebbaren Rollfahrgestell kann die pflegende Person den Sessel bei kurzen Ortswechseln innerhalb der Wohnung schieben – gemäß der Gebrauchsanweisung und auf geeigneten Strecken. Der Akku versorgt die Verstellfunktionen des Sessels mit Strom, er treibt nicht die Räder an. [1]
Eine Person geht vielleicht lieber zu Fuß oder nutzt einen Rollstuhl, um an den Tisch zu gelangen – je nach ihren Fähigkeiten und den vorgesehenen Hilfsmitteln. Das Rollfahrgestell soll nicht einen einzigen Weg vorgeben. Der Wert liegt darin, eine nützliche Möglichkeit zu haben, nicht darin, alle Tätigkeiten an ein und denselben Platz zu verlegen.
Komfort heute, ohne aus Angst vor morgen zu kaufen
Komfort ist ein berechtigtes Bedürfnis, auch wenn Hilfe beim Aufstehen nur gelegentlich gebraucht wird. Lesen, Fernsehen und Ausruhen können eine genaue Abstützung und präzise Einstellungen erfordern, ohne dass die Selbstständigkeit vollständig verloren gegangen ist.
Sollevita bietet Funktionen, die im Laufe der Zeit unterschiedlich eingesetzt werden können. Dieser Spielraum sollte beschrieben werden, ohne zu versprechen, dass das Produkt jede künftige Veränderung abdecken wird. Ein neuer Bedarf kann andere Hilfsmittel, eine andere Einschätzung oder eine veränderte Einrichtung der Wohnung erfordern.
Beschreiben Sie in der Beratung, was heute wichtig ist und welche Fragen bereits bekannt sind, ohne Schreckensszenarien zu entwerfen. Eine bewusste Entscheidung entsteht weder dadurch, einen aktuellen Bedarf zu leugnen, noch dadurch, eine künftige Abhängigkeit unausweichlich erscheinen zu lassen.
Worauf Sie nach den ersten Anwendungen achten sollten
Überprüfen Sie die Übersicht der Tätigkeiten anhand beschreibender Fragen: Ist der Handschalter erreichbar? Erkennt die Person die Einstellung, die sie möchte? Respektiert die pflegende Person die Pausen? Welcher Schritt bleibt unklar? Zählen Sie die Ergebnisse nicht zu einem Punktwert für Selbstständigkeit zusammen.
Eine besser nachvollziehbare Tätigkeit kann ein gutes Ergebnis sein, auch wenn sie weiterhin Unterstützung erfordert. Ebenso beweist eine größere Zahl selbstständig ausgeführter Bewegungen keine klinische Verbesserung. Wenn sich die Situation verändert, unterscheiden Sie eine Schwierigkeit bei der Bedienung von einem gesundheitlichen Bedarf.
Passen Sie die Vorgaben an, wenn ein Hilfsmittel geändert wird oder die Person neue Empfehlungen erhält. Ein erster Erfassungsbogen ist ein Ausgangspunkt; er soll die Art der Unterstützung nicht für immer festschreiben.
FAQ
Häufige Fragen
Ist ein Sessel mit Aufstehhilfe nur sinnvoll, wenn man nicht mehr allein aufstehen kann?
Nein. Er kann auch in Betracht gezogen werden, wenn Hilfe nur zu bestimmten Zeiten oder für einen Teil der Bewegung nötig ist. Ob er geeignet ist, hängt jedoch von Abstützung, Fähigkeiten und benötigter Unterstützung ab, nicht allein davon, dass die Funktion vorhanden ist.
Macht die Nutzung automatisch abhängiger?
Allein aus dem Vorhandensein eines Hilfsmittels lässt sich keine Abhängigkeit ableiten. Entscheidend ist, wie es in die Tätigkeiten und in die individuellen Vorgaben der Person eingebunden wird. Der Sessel belegt weder eine Verschlechterung noch eine Verbesserung der motorischen Fähigkeiten.
Kann ich die Aufstehhilfe vor dem höchsten Punkt anhalten?
Die Funktion lässt sich über die vorgesehene Steuerung unterbrechen. Der passende Punkt muss an der Person und am erforderlichen Bewegungsablauf geprüft werden; wählen Sie keine beliebige Höhe und verringern Sie nicht die Unterstützung, um die Nutzung zu einer Übung zu machen.
Wie beschreibe ich dem Sollevita-Team eine teilweise Selbstständigkeit?
Nennen Sie konkrete Tätigkeiten und Unterschiede, die Sie im Tagesverlauf bereits beobachtet haben: was die Person selbst erledigt, was mehr Zeit braucht und welche Hilfe bereits vorgesehen ist. Um Informationen zu sammeln, ist es nicht nötig, Ermüdung herbeizuführen oder Tests ohne Aufsicht durchzuführen.
Kann eine selbstständige Person auch Funktionen für gehobenen Komfort wählen?
Ja. Sitzqualität, Abstützung und Verstellmöglichkeiten können beim Lesen und Ausruhen nützlich sein. Der Nutzen sollte sich auf die Tätigkeiten beziehen, die heute gewünscht sind, ohne eine Diagnose zu verlangen oder mit der Angst vor künftigen Problemen zu argumentieren.
Wann ist eine erneute fachliche Beurteilung nötig?
Wenn sich Fähigkeiten, Belastungstoleranz, Abstützung oder benötigte Unterstützung verändern, vor allem wenn neue Schwierigkeiten auftreten. Das Sollevita-Team erklärt das Produkt; Entscheidungen zu Gesundheit und Pflege treffen die zuständigen Fachleute.
Quellen und Referenzen
[1] Sollevita — Merkmale und Konstruktion des Sessels.
[3] Suva · Schweiz — Intelligenter Transfer in Pflege und Betreuung (auf Französisch).
Gehen Sie von den Tätigkeiten aus, die Sie weiterhin selbst erledigen möchten
Notieren Sie drei wichtige Tätigkeiten und die Unterstützung, die sie zu verschiedenen Zeiten erfordern. Erfahren Sie mehr über die Einstellmöglichkeiten von Sollevita für Komfort und Selbstständigkeit und gehen Sie Ihre Übersicht mit dem Sollevita-Team durch: Ziel ist eine angemessene Hilfe, kein Beweis von Unabhängigkeit um jeden Preis.




